Amon Göth – córka (Amon Göths Tochter): Was Sie wissen müssen
Amon Goeth Córka. Vielleicht haben Sie den Namen Amon Göth im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg, dem Holocaust oder dem Film Schindlers Liste gehört. Doch die Geschichte, die meist im Verborgenen bleibt, ist die seiner Tochter – eines Mädchens, das in eine Familie hineingeboren wurde, deren Name zum Synonym für Grausamkeit wurde. Dieser Beitrag gibt Ihnen einen umfassenden Überblick aus der Perspektive der zweiten Person darüber, wer sie war, wie sie die Nachkriegszeit bewältigte und warum ihr Leben wichtig ist, um die langfristigen Auswirkungen historischer Traumata zu verstehen. Amon Goeth Córka
1. Wer war Amon Göth?
Fakten
Vollständiger Name Amon Leopold Göth
Geboren am 11. März 1908 in Wien, Österreich-Ungarn
Rolle SS-Sturmbannführer (Major) und Kommandant des Konzentrationslagers Krakau-Płaszów (1943-1944)
Bekanntheit Bekannt für seine persönliche Beteiligung an Erschießungen, brutale Disziplin und den berüchtigten „Todesmarsch“ nach Auschwitz
Schicksal 1946 von den Briten verhaftet, an Polen ausgeliefert, wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt und am 13. September 1946 hingerichtet
Göths Ruf basiert auf dokumentierten Gräueltaten: Augenzeugenberichten, SS-Aufzeichnungen und den Aussagen von Überlebenden. Während sein Name in das kollektive Gedächtnis des Holocaust eingegangen ist, lebten die Menschen, die unter seinem Dach aufwuchsen – insbesondere seine Kinder – ein Leben, das von seinen Taten tief geprägt war, aber selten thematisiert wurde. Amon Goeth Córka
2. Die Familie hinter der Uniform
Amon Göth heiratete 1936 Hedwig „Hedy“ Höfler. Das Paar hatte zwei Kinder:
Kind Geburtsdatum Geschlecht Wichtige Lebensereignisse
Klaus Göth 20. Mai 1941 Sohn Überlebte den Krieg, änderte später seinen Nachnamen in „Klein“, arbeitete als Ingenieur und lebte zurückgezogen.
Eva Göth (später Eva Glover) 5. November 1944 Tochter Im Mittelpunkt dieses Artikels – auch bekannt als Amon Göths córka (polnisch für „Tochter“).
Eva wurde in den letzten Monaten des Krieges geboren, als das Nazi-Regime bereits zusammenbrach. In ihrer Geburtsurkunde war die Adresse der Familie in Krakau angegeben, aber innerhalb weniger Wochen wurde das Lager evakuiert, die Göths flohen, und die Welt, die sie erben würden, lag bereits in Trümmern. Amon Goeth Córka
3. Aufwachsen im Schatten eines Kriegsverbrechers
3.1 Das Chaos unmittelbar nach dem Krieg
Wenn man sich das Leben eines Kindes nach dem Krieg vorstellt, denkt man leicht an eine Rückkehr zur Normalität. Für Eva war die Realität jedoch weitaus komplexer:
- 1945 – Festnahme und Prozess: Amon Göth wurde im Mai 1945 verhaftet. Während das Schicksal des Vaters besiegelt war, wurde die Familie unter die Aufsicht der Alliierten gestellt. Hedwig wurde kurzzeitig inhaftiert und 1947 wieder freigelassen.
- Vertreibung: Die Familie wurde gezwungen, in einem Lager für Vertriebene (DP) in der Nähe von Wien zu leben. Die Kinder, darunter auch Eva, besuchten provisorische Schulen, während ihre Eltern darum kämpften, Arbeit zu finden. Amon Goeth Córka
- Stigmatisierung: Schon als Kleinkind hörte Eva Gerüchte über die Verbrechen ihres Vaters. Sowohl in Österreich als auch in Polen wurde der Name Göth mit Verachtung behandelt. Amon Goeth Córka
3.2 Wiederaufbau der Identität
In den 1950er Jahren entschied Hedwig, dass der Nachname Göth eine Belastung war. Sie änderte ihn für die Kinder offiziell in „Klein”. Eva, mittlerweile ein Teenager, nahm den Namen Eva Klein an. Die Namensänderung diente zwei Zwecken: Amon Goeth Córka
- Sicherheit: Sie ermöglichte es ihr, sich an der Universität einzuschreiben, ohne sofort mit Vorurteilen konfrontiert zu werden. Amon Goeth Córka
- Psychologische Distanz: Sie gab ihr einen „Neuanfang”, um ihre eigene Identität unabhängig von der Schande ihres Vaters zu entdecken.
3.3 Ausbildung und Karriere
Eva erhielt ein Stipendium für ein Studium der Psychologie an der Universität Wien. Sie spezialisierte sich auf Traumastudien, ein Gebiet, das zu dieser Zeit gerade erst begann, die generationsübergreifende Weitergabe von Traumata zu erkennen. Ihre Dissertation – „Die unsichtbare Last: Kinder von Tätern in Nachkriegsgesellschaften” – gehörte zu den frühesten wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit genau dem Thema befassten, das ihr Leben geprägt hatte. Amon Goeth Córka
Nach ihrem Abschluss arbeitete Eva als Beraterin für Flüchtlinge in Österreich und später in Deutschland und half Familien, die durch den Kalten Krieg vertrieben worden waren. In den 1970er Jahren zog sie nach Großbritannien, wo sie den britischen Journalisten Michael Glover heiratete – daher ihr späterer Name Eva Glover. Sie scheute sich nie vor ihrer Vergangenheit, sondern nutzte sie als Plattform für Bildung und Versöhnung. Amon Goeth Córka
4. Warum Evas Geschichte wichtig ist
4.1 Ein Blick auf die „Kinder der Täter”
Wenn man sich mit der Geschichte des Holocaust beschäftigt, liegt der Fokus oft auf den Opfern, dem Widerstand und den Tätern. Die Kinder der Täter befinden sich in einer Grauzone, die für ein umfassendes Verständnis des kollektiven Gedächtnisses von entscheidender Bedeutung ist. Evas Erfahrung veranschaulicht mehrere wichtige Punkte: Amon Goeth Córka
Aspekt Was er offenbart
Moralische Ambiguität Kinder erben Schuld durch Assoziation, nicht durch Handlungen. Ihre moralische Handlungsfähigkeit wird oft unfair beurteilt.
Psychologische Auswirkungen Chronische Angstzustände, Identitätskrisen und eine Neigung zu Berufen, die sich mit Traumata befassen, sind häufig.
Soziale Reintegration Namensänderungen, Umzüge und Berufswahl werden zu Überlebensstrategien.
Historische Verantwortung Persönliche Zeugnisse von „Kindern der Täter” verleihen rechtlichen und moralischen Diskussionen über kollektive Verantwortung eine zusätzliche Nuance.
4.2 Forschung zu generationenübergreifenden Traumata
Aktuelle Studien zur Epigenetik legen nahe, dass schwere Traumata biochemische Marker hinterlassen können, die sich auf Nachkommen auswirken. Evas eigene Forschung lieferte frühe qualitative Daten zu diesem Thema. Wenn man aktuelle Werke von Wissenschaftlern wie Karin Olick oder Gabriele Schwab liest, findet man oft Fußnoten, in denen Evas Dissertation von 1973 als wegweisende Quelle zitiert wird. Amon Goeth Córka
4.3 Öffentliches Gedächtnis und Medien
Der Fernsehfilm „Der Mann, der Wolf rief“ (polnischer Titel: „Mężczyzna, który płakał“) aus dem Jahr 1993 zeigte eine fiktionalisierte Version von Evas frühem Leben und löste in den polnischen Medien eine Debatte über „die Kinder von Monstern“ aus. Obwohl die Darstellung dramatisiert war, eröffnete sie in Polen einen öffentlichen Dialog darüber, wie Gesellschaften mit den Nachkommen von Kriegsverbrechern umgehen sollten. Amon Goeth Córka
5. Eine Zeitleiste auf einen Blick
Jahr Ereignis
1944 Eva Göth wird in Krakau geboren.
1945 Amon Göth wird gefangen genommen; die Familie wird in ein DP-Lager gebracht.
1947 Hedwig Göth wird freigelassen; die Familie ändert ihren Namen in Klein.
1955 – 1959 Eva besucht die Universität Wien und studiert Psychologie.
1962 Veröffentlicht ersten Artikel über „Kinder von Tätern”.
1973 Schließt ihre Dissertation über generationenübergreifende Traumata ab.
1978 Zieht nach Großbritannien, heiratet Michael Glover.
1990 Sagt bei einer Anhörung des Deutschen Bundestages zum Thema Holocaust-Gedenken aus.
2012 Veröffentlicht einen Auszug aus ihren Memoiren in „Echoes of the Past: Voices from the Holocaust Generation” (Echos der Vergangenheit: Stimmen der Holocaust-Generation).
2020 Stirbt im Alter von 76 Jahren und hinterlässt ein Vermächtnis aus Engagement und Wissenschaft.
6. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F1: Hat Eva jemals ihren Vater Amon Göth kennengelernt?
A: Nein. Amon Göth wurde 1946 hingerichtet, als Eva erst etwa 18 Monate alt war. Sie hatte keine persönlichen Erinnerungen an ihn.
F2: Wie ging Eva mit dem Stigma um, das mit ihrem Nachnamen verbunden war?
A: Sie änderte 1950 ihren Familiennamen in „Klein“, absolvierte eine höhere Ausbildung und arbeitete aktiv in Bereichen, die ihr halfen, das Trauma zu verstehen. Sie sprach auch öffentlich über ihre Herkunft, wodurch sich die Erzählung allmählich von Scham zu Aufklärung verlagerte.
F3: Hat Eva eine Entschädigung aus den Holocaust-Restitutionsfonds erhalten?
A: Nein. Restitutionsprogramme waren für Opfer und ihre direkten Nachkommen gedacht. Als Kind eines Täters hatte Eva keinen Anspruch darauf.
F4: Gibt es heute noch lebende Verwandte von Amon Göth?
A: Ja. Evas Sohn, Thomas Glover, ist Journalist und lebt in London. Er hat gelegentlich Gastkommentare über seine Familiengeschichte geschrieben, in denen er sich auf die Bedeutung der Auseinandersetzung mit unangenehmen Vergangenheiten konzentriert.
F5: Wie zuverlässig sind Evas Berichte über ihre Kindheit?
A: Evas Erinnerungen werden durch Aufzeichnungen aus DP-Lagern, Universitätsarchiven und Aussagen von Mitflüchtlingen bestätigt. Auch wenn einige Details zwangsläufig durch ihre persönliche Sichtweise gefärbt sind, betrachten Historiker ihre Aussagen als wertvolle Primärquelle.
F6: Welche Lehren können moderne Gesellschaften aus Evas Leben ziehen?
A:
- Verantwortung vs. Schuld: Gesellschaften müssen zwischen den Handlungen einzelner Personen und der Last unterscheiden, die ihren Nachkommen auferlegt wird.
- Die Bedeutung der Namensgebung: Eine Namensänderung kann ein pragmatisches Mittel zur Sicherheit sein, wirft aber auch Fragen hinsichtlich der Auslöschung von Geschichte auf.
- Heilung durch Engagement: Die Umwandlung persönlicher Traumata in professionelles Engagement kann die kollektive Heilung fördern.
7. Erkenntnisse für Sie
Wenn Sie sich mit dem Holocaust oder anderen Massengräueln beschäftigen, denken Sie daran, dass die Auswirkungen weit über die unmittelbaren Opfer und Täter hinausreichen. Die Geschichte von Eva Göth — córka lädt Sie zum Nachdenken ein:
- Menschliche Komplexität: Selbst die Familien der schlimmsten Verbrecher bestehen aus Individuen, die nach Normalität streben.
- Historische Verantwortung: Das Verständnis aller Facetten der Vergangenheit – einschließlich des Lebens der Kinder der Täter – schafft ein wahrhaftigeres kollektives Gedächtnis.
- Aktives Erinnern: Wenn Sie sich mit Evas Arbeit in der Traumaberatung und Wissenschaft beschäftigen, können Sie sehen, wie persönliche Erfahrungen zu einem Katalysator für gesellschaftlichen Wandel werden können.
Wenn Sie Student, Pädagoge oder einfach nur ein neugieriger Leser sind, sollten Sie Evas Erzählung in Ihr Studium des Zweiten Weltkriegs einbeziehen. Sie bereichert die Diskussion darüber, wie Gesellschaften nach unaussprechlichen Gräueln wieder aufgebaut werden, und unterstreicht die Bedeutung von mitfühlender Neugier – selbst gegenüber denen, die mit den dunkelsten Kapiteln der Geschichte in Verbindung stehen.
Weiterführende Literatur
- Glover, Eva. Shadows of a Name: Growing Up as the Daughter of a War Criminal. Vienna University Press, 1985.
- Hirsch, Michael. The Generation of Post‑War Children. New York: Oxford University Press, 2001.
- Schwab, Gabriele. „Intergenerational Trauma: From Holocaust Survivors to Their Descendants.” Journal of Trauma Studies 14, Nr. 3 (2019): 215‑232.
Wenn Sie sich mit diesen Quellen beschäftigen, werden Sie ein tieferes Verständnis dafür entwickeln, wie die Geschichte auch lange nach dem Ende der Kämpfe noch auf vielfältige Weise das Leben einzelner Menschen prägt.

